US-Kommandos sprengen mutmaßliches Drogen-Schiff im Pazifik
Die US-Streitkräfte haben ein Schiff im östlichen Pazifik abgefangen und versenkt. Das Militär bezeichnete das Boot als schwimmende Tankstelle für eine ecuadorianische Verbrecherorganisation.
Das US Southern Command (SOUTHCOM) veröffentlichte am Dienstag Videoaufnahmen einer Kommandoaktion auf hoher See. Darauf ist zu sehen, wie Spezialkräfte in einem Schnellboot ein größeres Fahrzeug anlaufen, an Bord gehen und die Besatzung festnehmen. Anschließend wurde das Schiff gesprengt und versenkt, nachdem die eigenen Kräfte es verlassen hatten.
Nach Angaben des Militärs diente das Boot als schwimmende Tankstelle für die als „Narco-Terroristen“ bezeichnete Gruppierung Los Choneros. Die Organisation gilt als eine der einflussreichsten kriminellen Syndikate Ecuadors und ist in den Drogenhandel verwickelt. Die festgenommenen Besatzungsmitglieder wurden den ecuadorianischen Behörden überstellt.
Der Kommandeur des US Southern Command, General Francis Donovan, kommentierte die Operation mit den Worten, man übe „unaufhörlichen Druck“ auf diese Gruppen aus und treffe sie „wo es wehtut“. Die Aktion fand am 15. September im östlichen Pazifik statt, wie SOUTHCOM mitteilte.
Die Operation wurde von der Joint Task Force Western Hemisphere (JTF-WHEM) durchgeführt, die dem US Southern Command untersteht. Nach Militärangaben bestätigten Geheimdienstinformationen die Rolle des Schiffes als Unterstützungseinrichtung für illegale Drogentransporte auf See. Die genaue Position der Operation und das Schicksal der beschlagnahmten Ladung wurden nicht mitgeteilt.
Die Vereinigten Staaten verstärken seit Jahren ihre militärische Präsenz zur Bekämpfung des Drogenschmuggels in der Karibik und im östlichen Pazifik. Ecuador hat in jüngerer Zeit mit einem starken Anstieg der Gewaltkriminalität zu kämpfen, der mit der Expansion transnationaler Drogenkartelle in Verbindung gebracht wird. Die Regierung in Quito hat wiederholt um internationale Unterstützung bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität gebeten.