US-Energieminister: Raffinerie-Engpässe treiben Energiemarkt mehr als Ölversorgung
Der globale Energiemarkt leidet laut US-Energieminister Chris Wright vor allem unter einem Mangel an Diesel und anderen raffinierten Produkten, nicht unter knappen Rohöllieferungen. Die Verknappung hängt demnach direkt mit …
Der US-Energieminister Chris Wright hat die aktuellen Spannungen auf dem globalen Energiemarkt primär auf einen Engpass bei raffinierten Erdölprodukten zurückgeführt. Auf einer Pressekonferenz am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien erklärte er, die Weltölversorgung werde weiter zunehmen und damit einen Teil des Preisdrucks bei Rohöl mindern. Die größere Herausforderung liege jedoch im Raffineriebereich.
Wright führte die angespannte Lage am Raffineriemarkt ausdrücklich mit dem russisch-ukrainischen Konflikt zusammen. Nach seinen Angaben exportiert Russland derzeit keinen Diesel mehr. Der Markt sei derzeit zu knapp, betonte der Minister. Die US-Regierung arbeite daher mit amerikanischen Raffineriebetreibern zusammen, um deren Kapazitäten auszuweiten.
Die Äußerungen des Energieministers stehen im Zusammenhang mit jüngsten Stellungnahmen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am 13. September vor Journalisten de facto gefordert, dass Ukraine Angriffe auf russische Ölraffinerien einstellt, um eine weitere Eskalation auf dem globalen Energiemarkt zu verhindern. Nach Trumps Worten habe Washington diese Position bereits Kiew vermittelt.
Aus dem Kreml kam auf diese Forderung eine zurückhaltend positive Reaktion. Der Pressesprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, erklärte, jeder Aufruf an das Kiewer Regime, Angriffe auf zivile Wirtschaftsinfrastruktur zu beenden, könne nur begrüßt werden.
Russland hatte bereits am 30. Juli ein neues vorübergehendes Exportverbot für Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe verhängt. Die Maßnahme gilt bis zum 31. Januar 2027 und trägt zur Verknappung des globalen Angebots an raffinierten Produkten bei. Die Kombination aus ukrainischen Angriffen auf russische Anlagen und dem russischen Exportstopp hat den Markt für Diesel und andere Raffinerieprodukte erheblich unter Druck gesetzt.