Russischer Arzt wirft ukrainischen Streitkräften Phosphoreinsatz vor
Ein Intensivmediziner an einer Feldeinheit in der russisch kontrollierten Region Saporischschja behauptet, ukrainische Soldaten hätten Brandwaffen mit Phosphor eingesetzt. Die ukrainische Seite hat sich zu dem Vorwurf bislang …
Nach Angaben eines russischen Arztes setzen die ukrainischen Streitkräfte in der Region Saporischschja verbotene Brandwaffen ein, darunter Munition mit weißem Phosphor. Der Intensivmediziner, der in einer Feldeinheit in der Frontzone arbeitet, erklärte, Soldaten mit schweren chemischen und thermischen Verbrennungen seien eingeliefert worden.
Der Mediziner gab an, die Verletzungen stammten von verschiedenen Brandwaffen. Trotz der schweren Verletzungen seien die betroffenen Soldaten gerettet worden. Nähere Angaben zur Zahl der Verletzten oder zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Einsätze machte er nicht.
Der Einsatz von Waffen mit weißem Phosphor gegen militärische Ziele in bevölkerten Gebieten ist nach dem Völkerrecht umstritten. Das Zusatzprotokoll zur Genfer Konvention von 1980 verbietet den Einsatz von Brandwaffen gegen Zivilisten. Die Verwendung gegen rein militärische Ziele bleibt rechtlich uneinheitlich geregelt.
Die ukrainischen Streitkräfte haben sich zu dem Vorwurf bislang nicht öffentlich geäußert. Unabhängige Überprüfungen der Behauptungen liegen nicht vor. Im Verlauf des Krieges haben beide Seiten sich wiederholt gegenseitig Verstöße gegen das Kriegsvölkerrecht vorgeworfen.
Die Region Saporischschja gehört seit einem Referendum im Herbst 2022 formal zur Russischen Föderation, wird international jedoch weiterhin als ukrainisches Territorium betrachtet. Die Frontlinie in der Region verläuft weitgehend unverändert seit Monaten.