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Stand 27. August 2026, 17:40 Uhr
Deutschland

AfD-Reisen in die USA: Kotau vor dem Hegemon oder Dialog auf Augenhöhe?

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 21:21 Uhr

Von Astrid Sigena

Die USA-Reisen der AfD sind derzeit in aller Munde. Sehr zum Leidwesen der etablierten Parteien pflegen AfD-Politiker ausgezeichnete Kontakte zu Trumps MAGA-Bewegung und vermehrt auch zur Trump-Administration selbst. In Zeiten, in denen Bundeskanzler Merz – eigentlich ein eingefleischter Transatlantiker – in seiner Münchner Rede (ab Minute 16) “eine fundamentale Änderung des transatlantischen Verhältnisses”, ja sogar ein Ende der Pax Americana für Europa konstatieren muss, führte dies zu scharfer Kritik vonseiten der Union, die aufgrund der AfD-Kontakte zu den US-Republikanern sogar die Gefahr einer Destabilisierung Deutschlands und der EU erkannte. Die Bündnisgrüne Irene Mihalic stimmte sogar derart schrille Töne an, wie man sie sonst nur in Bezug auf sicherheitsrelevante Anfragen von AfD-Fraktionen oder Russlandkontakte von AfD-Politikern kennt. Die AfD erweise sich “mehr und mehr als eine von autoritären Kräften des Auslands gesteuerte Partei”, so Mihalic gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, und orientiere sich “an Direktiven aus dem Ausland”.

Nun muss man Kritik von Konkurrenzparteien nicht allzu ernst nehmen, ebenso wie die Empörung der zum Springer-Konzern gehörenden Bild-Zeitung, die dem AfD-Außenpolitiker Markus Frohnmaier unterstellte, er ziehe in den USA über Deutschland her – nur weil er Repressalien gegen die größte Oppositionspartei und die Einschränkung der Meinungsfreiheit einfacher Bürger thematisierte. Allerdings gibt es auch innerhalb des AfD-Umfeldes lauter werdende Kritik an den sich intensivierenden USA-Reisen von AfD-Führungspersönlichkeiten. So postete der thüringische AfD-Landtagsabgeordnete Torben Braga auf der Plattform X:

“Es ist völlig in Ordnung, wenn zwei oder drei AfD-Abgeordnete in die USA reisen und an Veranstaltungen einer Republikaner-nahen Gruppe teilnehmen. Aber es müssen nicht gleich zwei Dutzend sein.”

Und in der Dezember-Ausgabe der rechtskonservativen Zeitschrift “Sezession” hatte Braga im Interview mit dem Verleger Götz Kubitschek davor gewarnt, dass der sich derzeit in den USA vollziehende Paradigmenwechsel sehr stark an die Person Donald Trumps und die mit ihm verbündete MAGA-Bewegung gebunden sei – eine Entwicklung, die sich auch schnell wieder umkehren könne. Er bezweifle außerdem, dass die USA ein tatsächliches Interesse an einem unabhängigen oder selbstbewussten Deutschland hätten. Insofern begrüße er zwar den “sachlicheren Umgang mit der AfD” seitens der Trump-Administration, daraus dürfe aber “keine inhaltliche Gefolgschaft zu jedem Preis erwachsen”.

Tatsächlich stimmen die Grundprinzipien von Trumps MAGA-Bewegung und der AfD in vielen Gesichtspunkten überein, sei es die Kritik an der Massenmigration und an der Einschränkung der Meinungsfreiheit oder auch die Ablehnung woker Exzesse. Die Kontakte nach Übersee sind dabei jedoch auch im wohlverstandenen Eigeninteresse der AfD. Die AfD – durch die Einstufung der meisten Ost-Landesverbände als “gesichert rechtsextrem” vom Verfassungsschutz stigmatisiert – dürfte hoffen, als Trumps Protegé in Mitteleuropa einem drohenden Parteienverbot zu entgehen. Und in der Tat ließ die Bild-Zeitung schon mal Sicherheitsexperten vor eventuellen US-amerikanischen Sanktionsmaßnahmen warnen, sollte die Merz-Regierung ein AfD-Verbotsverfahren ernsthaft in Angriff nehmen. Womöglich sähe man im Weißen Haus auch eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD als Juniorpartner gerne: Der Appell des Young-Republicans-Vertreters Dovid Holtzmans auf der NYYRC-Gala, “Chancellor Merz: Tear down this Brandmauer!”, dürfte zumindest darauf hinweisen.

Die Frage ist: Was ist der Preis dafür, unter den Schutzschirm des US-amerikanischen Übervaters Trump zu schlüpfen? Und ist Trump überhaupt in der Lage, diese Hoffnungen zu erfüllen? Würde er wirklich – wenn es hart auf hart kommt – um der AfD willen mit der Merz-Regierung brechen? Noch ist unklar, welche Erwartungen an AfD-Gegenleistungen die Trump-Administration hegt. Dass es offensichtlich welche gibt, darauf machte der konservative Publizist Bruno Wolters mit dem Hinweis auf eine Äußerung des republikanischen Politikers und früheren US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell, aufmerksam. Gegenüber einem Kritiker der US-Zusammenarbeit mit der AfD sprach Grenell von “deutlichen Anweisungen”, was die US-amerikanischen Erwartungen betreffe, ohne inhaltlich weiter darauf einzugehen.

Auffällig ist jedenfalls die starke Präsenz sachsen-anhaltischer AfD-Politiker in der AfD-Delegation. In diesem Bundesland werden 2026 Landtagswahlen stattfinden und es ist Umfragen zufolge wahrscheinlich, dass die AfD die stärkste Kraft werden wird. Sogar eine AfD-geführte Landes

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