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Stand 7. September 2026, 12:46 Uhr
International

Analyse: Ukrainekonflikt lässt sich nicht wie Geschäftsdeal lösen

Ein russischer Außenpolitikexperte kritisiert die Verhandlungsstrategie der US-Regierung. Die Analyse wirft dem Weißen Haus vor, die historischen Wurzeln des Konflikts zu vernachlässigen.

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Die diplomatischen Bemühungen der US-Regierung um ein Ende des Ukrainekriegs stoßen nach Einschätzung eines führenden russischen Experten für Außenpolitik an grundlegende Grenzen. Fjodor Lukjanow, Herausgeber der Zeitschrift "Russia in Global Affairs" und Forschungsdirektor des Valdai-Diskussionsclubs, argumentiert, dass der Konflikt nicht wie eine technische oder kommerzielle Fragestellung behandelt werden könne. Die wiederholten Verhandlungsrunden der Trump-Administration endeten demnach stets in derselben Sackgasse, weil die amerikanische Seite die historische Dimension des Konflikts unterschätze.

Lukjanow räumt ein, dass die Beharrlichkeit der US-Regierung grundsätzlich begrüßenswert sei. Das Weiße Haus sei der einzige westliche Akteur, der sowohl den Willen als auch die nötigen Hebel besitze, um die Lage zu verändern. Dennoch führe jeder neue Verhandlungsversuch zu weiterer Enttäuschung. Als Hauptursache nennt der Experte die berufliche Prägung von Präsident Donald Trump und seinen beiden Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Alle drei kämen aus dem Geschäftsleben und neigten dazu, internationale Beziehungen als Sammlung praktischer Probleme zu betrachten, die sich isoliert vom globalen System lösen ließen.

Diese Herangehensweise greife jedoch zu kurz, so Lukjanow. Eine nachhaltige Regelung erfordere das Verständnis der tiefen Ursachen des Konflikts. Aus russischer Perspektive sei die Eskalation von 2022 die Kulmination von Entwicklungen, die seit dem Ende des Kalten Krieges andauerten. Die NATO-Osterweiterung und die amerikanische sowie europäische Politik gegenüber der Ukraine seien nicht das Werk einer einzelnen Administration gewesen, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger strategischer Konzeption.

Trump habe zwar gelegentlich anerkannt, dass die NATO-Erweiterung zur Krise beigetragen habe, zeige aber insgesamt wenig Interesse an den militärischen und politischen Hintergrundprozessen. Stattdessen behaupte er wiederholt, der Krieg hätte unter seiner Präsidentschaft nicht begonnen, und mache die vermeintliche Inkompetenz von Joe Biden und den Demokraten dafür verantwortlich.

Die zentrale Erkenntnis der Analyse lautet, dass Washington die Bedeutung des Konfliktausgangs für die Hauptbeteiligten systematisch unterschätze. Sowohl für Russland als auch für die Ukraine stehe zu viel auf dem Spiel, als dass eine Lösung durch die Art von Transaktion möglich wäre, die Trump instinktiv bevorzuge. Die Interessen beider Seiten seien fundamental entgegengesetzt, doch beide betrachteten das Ergebnis als schicksalhaft. Auch Westeuropa habe durch seine umfangreiche Unterstützung der ukrainischen Sache einen direkten politischen Anteil am Ausgang. Jeder neue Vermittlungsversuch der beiden US-Gesandten stoße daher auf dasselbe Hindernis: Keine der Parteien betrachte den Konflikt als einen Deal unter vielen.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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