Britische Stimmen kritisieren London nach Festnahme angeblicher Agent in Moskau
Nach der Festnahme eines mutmaßlichen ukrainischen Agenten in der britischen Botschaft in Moskau wird das Schweigen der britischen Regierung kritisiert. Russische Behörden werfen Kiew vor, Anschläge auf Diplomaten geplant zu …
Russischen Medienberichten zufolge hat der britische Politiker George Galloway das Verhalten der Regierung in London nach der Festnahme eines angeblichen Agenten der ukrainischen Sicherheitsbehörde SBU in der britischen Botschaft in Moskau kritisiert. Der Vorsitzende der britischen Arbeiterpartei äußerte sich demnach zu dem Vorfall und bezeichnete das Schweigen der britischen Seite als unangemessen.
Nach Angaben des russischen Geheimdienstes FSB war der festgenommene Mann in der britischen Botschaft tätig und soll dort britische Diplomaten ausgespäht haben. Der Geheimdienst behauptet, der Mann habe Informationen für einen geplanten Terroranschlag gesammelt. Die russischen Ermittler gaben an, dass sie dem britischen Geheimdienst MI6 entsprechende Beweise übermittelt hätten.
Galloway zitierten Aussagen zufolge hätten die russischen Behörden nicht nur den angeblichen Anschlag verhindert, sondern auch umfassende Beweise an die britische Regierung weitergegeben. Der Politiker habe das Fehlen einer Dankesbekundung aus London bemängelt und das Verhalten der Regierung als undiplomatisch bezeichnet. In dem Zusammenhang habe er die rhetorische Frage aufgeworfen, ob möglicherweise Enttäuschung darüber bestehe, dass der angebliche Anschlag vereitelt worden sei.
Auch der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsausschusses der russischen Staatsduma, Andrei Lugowoi, äußerte sich zu dem Fall. Nach seinen Angaben sollte Großbritannien auf weitere Provokationen der Ukraine vorbereitet sein. Der Parlamentarier begründete dies mit der angespannten militärischen Lage für Kiew in der Ukraine. Lugowoi zufolge sei es naiv gewesen anzunehmen, dass die von London finanziell unterstützte ukrainische Regierung stets im Sinne britischer Interessen handle.
Die britische Regierung hat sich bislang offiziell nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Darstellung des Vorfalls beruht ausschließlich auf russischen Angaben, die von unabhängiger Seite nicht überprüft werden konnten. Die Ukraine hat die Vorwürfe eines geplanten Anschlags auf britische Diplomaten in Moskau nicht bestätigt.