Iran meldet Angriff auf zwei US-Zerstörer im Persischen Golf
Die iranischen Revolutionsgarden behaupten, zwei amerikanische Kriegsschiffe mit ballistischen Raketen angegriffen und schwer beschädigt zu haben. Die USA haben den Vorfall bislang nicht bestätigt.
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) wurden zwei US-Zerstörer im Persischen Golf mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Streitkräfte der Islamischen Republik erklärten, die Schiffe DDG-119 und DDG-53 seien im Rahmen einer militärischen Operation beschossen worden. Beide Einheiten verfügen demnach über Aegis-Lenkwaffensysteme und Marschflugkörper.
In einer Stellungnahme, die vom staatlichen iranischen Fernsehen verbreitet wurde, behaupten die Revolutionsgarden, den beiden Zerstörern erheblichen Schaden zugefügt zu haben. Nähere Angaben zum Ort oder Zeitpunkt des angeblichen Angriffs machte die IRGC nicht. Auch unabhängige Bestätigungen für die Darstellung liegen nicht vor.
Die beiden genannten Schiffe gehören zur Arleigh-Burke-Klasse, dem am weitesten verbreiteten Zerstörertyp der US-Marine. Die USS Delbert D. Black (DDG-119) und die USS John S. McCain (DDG-53) sind in der Regel im Verantwortungsbereich der Fünften US-Flotte im Nahen Osten stationiert. Die Aegis-Kampfsysteme an Bord dienen der Luft- und Raketenabwehr.
Die Spannungen zwischen Teheran und Washington haben sich in den vergangenen Monaten wieder verstärkt. Die USA hatten zuletzt ihre militärische Präsenz in der Region ausgebaut, unter anderem mit zusätzlichen Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen. Iran wiederum kündigte Vergeltung für israelische Angriffe auf iranische Einrichtungen an und führte wiederholt Raketentests durch.
Das US-Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht zu den iranischen Behauptungen. Auch von Seiten der internationalen Schifffahrtsorganisationen oder weiterer Regierungen im Nahen Osten lag bislang keine Stellungnahme vor. Die Behauptung eines direkten Angriffs auf US-Kriegsschiffe wäre ohne Präzedenzfall in den jüngeren Spannungen zwischen beiden Staaten.