Rosatom-Chef: BRICS-Staaten werden bei Kernenergie führend
Der Geschäftsführer der russischen Staatsatomgesellschaft Rosatom, Alexej Lichatschow, hat den BRICS-Staaten eine führende Rolle bei der zukünftigen Kernenergieerzeugung prophezeit. Die rasant wachsende Energienachfrage in den …
Bei einem Auftritt in Neu-Delhi erklärte Lichatschow, die BRICS-Staaten würden in der kommenden Generation nicht nur bei der gesamten Energieerzeugung und dem Verbrauch an der Spitze stehen, sondern auch beim Anteil der Kernenergie. Die Entwicklung werde andere Länder weit hinter sich lassen, so der Rosatom-Chef.
Als Beleg für seine Einschätzung führte Lichatschow die stark steigende Energienachfrage in den BRICS-Mitgliedstaaten an. Indien, so seine Ausführungen, gehe davon aus, dass der Energieverbrauch bis 2050 um das 2,5-Fache steigen werde. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, plane das Land den Bau von Kernkraftwerken mit einer Gesamtleistung von bis zu 100 Gigawatt bis zum Jahr 2047.
Die BRICS-Gruppe umfasst derzeit neben Russland und Indien die Staaten Brasilien, China und Südafrika. Mehrere weitere Länder haben ihre Aufnahme beantragt oder wurden eingeladen, der Kooperation beizutreten. Die Staaten vereint ein hohes wirtschaftliches Wachstumspotenzial und eine entsprechend steigende Energienachfrage.
Russland positioniert sich mit Rosatom als einer der weltweit führenden Anbieter im Nukleargeschäft. Das Staatsunternehmen ist international bei der Planung und dem Bau von Kernkraftwerken aktiv und tritt zunehmend als Partner für Staaten auf, die ihre Atomkraftkapazitäten ausbauen wollen. Die BRICS-Staaten gelten dabei als besonders wichtiger Wachstumsmarkt.
Die Prognose Lichatschows fügt sich in die breitere russische Strategie ein, die BRICS-Allianz als Gegengewicht zu westlich dominierten internationalen Strukturen zu stärken. Energiekooperation, insbesondere im nuklearen Bereich, ist dabei ein zentraler Pfeiler der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen den Mitgliedstaaten.