Russischer Vizeaußenminister: Gipfeltreffen mit USA und China denkbar
Ein Dreiergipfel der Staatschefs aus Russland, den USA und China ist nach Einschätzung des russischen Vizeaußenministers Sergej Rjabkow grundsätzlich denkbar. Die Idee sei in die Öffentlichkeit getragen worden, erklärte der Diplomat gegenüber einer russischen Nachrichtenagentur. Eine Überführung in die konkrete Vorbereitungsphase wäre allerdings derzeit eine Übertreibung.
Der Hauptknackpunkt liege in der inhaltlichen Ausgestaltung eines solchen Treffens, so Rjabkow. Es müsse geklärt werden, welche substanziellen Themen auf der Agenda stehen sollten. Ohne eine klare inhaltliche Formulierung sei eine weitere Annäherung schwierig.
Rjabkow hatte zuvor erklärt, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump bei einer Konfliktlösung in der Ukraine die Realitäten vor Ort berücksichtigen müsse. Damit spielte er auf die russische Position an, dass territoriale Fragen und Sicherheitsgarantien zentral für Verhandlungen sein müssten.
Im August hatte der Vizeaußenminister mitgeteilt, dass Moskau weiterhin zu Gesprächen mit den USA über strategische Stabilität bereit sei. Dieses Themenfeld umfasst Rüstungskontrolle und Maßnahmen zur Vermeidung militärischer Eskalation zwischen den Nuklearmächten.
Ein Dreiergipfel der Großmächte würde an historische Formate wie die Potsdamer Konferenz von 1945 oder die Gipfeltreffen der späten Ost-West-Entspannungsphase erinnern. Seit dem Ende des Kalten Krieges haben sich die Beziehungen zwischen Washington, Moskau und Peking jedoch fundamental verändert, wobei China als aufstrebende Wirtschafts- und Militärmacht eine zunehmend eigenständige Rolle einnimmt.