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Stand 6. November 2026, 17:08 Uhr
International

Sektenführer in Kenia wegen Massentods 191 Menschen zu 200 Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in Kenia hat den Gründer der christlichen Sekte Good News International zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der Mann hatte Hunderte Anhänger in einen Wald gelockt und zum Hungertod gezwungen.

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Ein Gericht in Kenia hat den Sektenführer Paul Nthenge Mackenzie zu 200 Jahren Gefängnis verurteilt. Der 50-Jährige war als Gründer und Leiter der Good News International Church für den Tod von 191 Menschen verantwortlich, darunter 190 Kinder. Das Urteil fiel im Zusammenhang mit den sogenannten Shakahola-Wäldern, wo zwischen 2023 und 2024 Hunderte Leichen entdeckt worden waren.

Nach den Erkenntnissen des Gerichts hatte Mackenzie seine Anhänger in den Küstenwald Shakahola umgesiedelt und ihnen strenge Fastenregeln auferlegt. Die Gläubigen sollten sich selbst und ihre Kinder aus religiösen Gründen verhungern lassen, um angeblich Jesus zu begegnen. Wer dem Druck zu entkommen versuchte, wurde laut Gerichtsunterlagen physisch misshandelt. Die Richterin Diana Kavedza bezeichnete die Tat als „schrecklichen Akt des Massenmords“.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Die Richterin lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, eine Hinrichtung könne Mackenzies religiöse Ideologie unbeabsichtigt bestätigen und zu einer Form des Märtyrertums werden. Stattdessen ordnete sie die kumulierte Haftstrafe von 200 Jahren an, die der Anzahl der Todesopfer entspricht.

Mackenzie war im April 2023 festgenommen worden, nachdem in dem abgelegenen Wald nahe der Hafenstadt Malindi erste Massengräber mit rund 400 Toten gefunden worden waren. Die Ermittlungen zogen sich über Monate hin, da viele Leichen stark verwest oder skelettiert waren und die Identifizierung erschwerte.

Im Prozess wurde zudem bekannt, dass Mackenzie seine Anhänger systematisch von moderner Medizin und Bildung abgebracht hatte. Die Sektenmitglieder lebten in einfachen Lehmhütten im Wald und folgten der Lehre ihres selbsternannten Pastors, der moderne Einrichtungen als böse verdammte. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um einen der schwersten Fälle von Sektenverbrechen in der Geschichte Afrikas handelt.

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