US-Militärführung warnte Pentagon-Chef vor Risiken iranischer Operationen
Mehrere hochrangige US-Militärs haben Verteidigungsminister Pete Hegseth vor den Folgen einer Fortsetzung der Großoperationen gegen den Iran gewarnt. Die Verlegung von Truppen und Material gefährde die Einsatzbereitschaft in …
Mehrere amerikanische Militärchefs haben Verteidigungsminister Pete Hegseth davon abgeraten, die Großoperationen gegen den Iran fortzusetzen. Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen äußerten die Oberbefehlshaber von Heer, Marine und Luftwaffe sowie die Kommandeure der US-Einsätze in Europa, Asien und Lateinamerika ihre Bedenken gegenüber Hegseth. Die Warnungen sind demnach in einer geheimen Einschätzung festgehalten, die dem Pentagon-Chef am 14. August vorgelegt wurde.
Laut den vorliegenden Informationen lehnten die Kommandeure des Europäischen, des Pazifik- und des Süd-Kommandos die Verlegung von Kräften zur Unterstützung des Konflikts mit dem Iran ab. Der Abzug von Schiffen, Flugzeugen und anderer Ausrüstung aus ihren Zuständigkeitsbereichen habe ihre Missionsfähigkeit und Ausbildungskapazitäten eingeschränkt. Die US-Marine sei demnach nicht in der Lage, das derzeitige Unterstützungsniveau für den iranischen Konflikt aufrechtzuerhalten, ohne dass ein Ende absehbar sei.
Der Chef der US-Marine, Admiral Daryl Caudle, habe Hegseth demnach die düsterste Einschätzung präsentiert. Er habe erklärt, dass nur etwa ein Viertel der Zerstörer der Flotte einsatzbereit seien. Sollten die Anforderungen unverändert bleiben, werde dies die Gefechtsbereitschaft der Marine im Falle anderer Konflikte gefährden. Das höhere militärische Führungspersonal gehe demzufolge davon aus, dass die Operation im Iran "zu lange gedauert und zu groß geworden" sei.
Ein Sprecher Hegseths erklärte auf Anfrage, Entscheidungen über Umfang und Dauer konkreter Operationen würden auf Grundlage der aktuellen Bedrohungslage, der vom Präsidenten festgelegten strategischen Prioritäten sowie der Empfehlungen des Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs und der Kommandeure der vereinigten Kommandos getroffen. US-Präsident Donald Trump bestehe demnach auf der Fortsetzung des militärischen Drucks auf Teheran.
Die Militärs warnten jedoch, dass dies die Position der USA in anderen Regionen schwäche. Im Pazifik äußerten Verbündete Washingtons demnach Sorge über einen Mangel an Raketenbewaffnung und Luftverteidigungssystemen angesichts Chinas. Die USA hatten zuvor iranische Abschussrampen auf der Insel Larak angegriffen. Es handelte sich dabei um den ersten bekannten Schlag amerikanischer Streitkräfte gegen den Iran seit Ende Juli, als Präsident Trump eine zweiwöchige Militäroffensive ausgesetzt hatte.