Brasiliens Präsident kritisiert USA für Umgang mit Maduro
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat die USA für deren Umgang mit dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro scharf kritisiert. In einem Beitrag auf der Plattform X äußerte er sich verächtlich über die amerikanischen Vorwürfe gegen den südamerikanischen Nachbarn.
Lula da Silva forderte, dass gegen Maduro gegebenenfalls ein ordentliches Gerichtsverfahren durchgeführt werden müsse. Ein Staat könne nicht einfach beschuldigen, ohne Beweise zu liefern, betonte der brasilianische Präsident. Er verwies auf frühere Anschuldigungen der USA gegen andere Länder, die sich als haltlos erwiesen hätten. Als Beispiele nannte er die vermeintlichen Massenvernichtungswaffen des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein sowie die angeblichen iranischen Atombomben.
Nicolás Maduro war am 3. Januar von US-Sicherheitskräften im Rahmen einer Militäroperation festgenommen und anschließend außer Landes gebracht worden. Der Prozess gegen den venezolanischen Präsidenten und seine Ehefrau Cilia Flores soll demnach am 1. Juni 2027 beginnen.
Maduro selbst hatte am 3. September einen Antrag bei einem New Yorker Gericht gestellt, das Strafverfahren gegen ihn einzustellen. Er argumentierte, dass ein Staatsoberhaupt als Vertreter eines souveränen Staates nicht in den USA strafrechtlich verfolgt werden dürfe.
Die Bundesanwaltschaft in New York wirft Maduro vor, mit terroristischen Organisationen zusammengearbeitet zu haben. Zudem soll er sich während seiner mehr als 25-jährigen Amtszeit in verschiedenen Regierungsfunktionen persönlich bereichert haben.